Werkstattwissen Werkzeug, Ersatzteile und Werkstattausrüstung: Normen, Kennwerte, Auswahl.
Aufgeräumte Werkbank in einer dunklen Werkstatt, Handwerkzeug im harten Licht einer Arbeitsleuchte

Erst verstehen.
Dann kaufen.

Werkzeug, Ersatzteile und Werkstattausrüstung: wozu sie da sind, an welchen Normen du eine brauchbare Ausführung erkennst und was du am eigenen Fahrzeug nachsiehst, bevor du irgendwo bestellst.

Klartext

Wonach hier ausgewählt wird

Werkzeug und Ausrüstung unterscheiden sich an Angaben, die auf dem Gerät stehen oder in seinen Unterlagen: Norm, Bauart, Messbereich, Tragfähigkeit, Kennzeichnung. Diese Seite nennt sie, bevor es um Anbieter geht.
  • Erklärt, wozu ein Werkzeug oder ein Bauteil da ist und woran die passende Ausführung zu erkennen ist
  • Nennt Normen, Kennzeichen und die Stellen, die sie festlegen
  • Ordnet ein, welche Arbeit in der eigenen Garage machbar ist und welche in die Fachwerkstatt gehört
  • Führt von der Auswahlfrage zum Ratgeber, der die Kennwerte im Einzelnen durchgeht

Woran du eine brauchbare Ausführung erkennst

Normen, Kennzeichen und Kennwerte stehen auf dem Gerät oder in seinen Unterlagen. An ihnen lässt sich eine Ausführung nachprüfen, unabhängig davon, wer sie anbietet und was in der Produktbeschreibung steht.

Drehmomentschlüssel mit Antriebsvierkant auf einer Werkbank, hartes Seitenlicht

Drehmomentschlüssel

Zieht eine Verbindung mit einem festgelegten Moment an, statt nach Gefühl. Entscheidend sind die Bauart, der nutzbare Messbereich und die Frage, ob eine Prüfbescheinigung beiliegt, denn ein Drehmomentwerkzeug ist ein Messgerät und verstellt sich mit der Zeit.

  • NormDIN EN ISO 6789 für handbetätigte Drehmomentwerkzeuge
  • Bauartanzeigend oder auslösend, das ist der hörbare Klick
  • KennwertMessbereich in Newtonmetern und Antriebsvierkant in Zoll
  • UnterlagenPrüfbescheinigung mit Datum, nicht nur ein Aufdruck
Worauf es ankommt
Flacher Rangierwagenheber und zwei Unterstellböcke auf Betonboden

Wagenheber und Unterstellböcke

Ein Wagenheber hebt, er hält nicht. Gesichert wird ein angehobenes Fahrzeug über Unterstellböcke an den vom Hersteller vorgesehenen Aufnahmepunkten. Der Bordwagenheber ist für den Radwechsel am Straßenrand gedacht, nicht für Arbeiten unter dem Fahrzeug.

  • NormEN 1494 für fahrbare und ortsveränderliche Hubgeräte
  • KennwertTragfähigkeit in Tonnen sowie kleinste und größte Hubhöhe
  • KennzeichenCE-Kennzeichnung und Betriebsanleitung in deutscher Sprache
  • FahrzeugAufnahmepunkte stehen in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs
Worauf es ankommt
Diagnosestecker im Fußraum eines Fahrzeugs, angeleuchtet von einer Arbeitsleuchte

OBD-Adapter

Liest die Fehlerspeicher der Steuergeräte aus. Ein Code benennt einen abweichenden Messwert, nicht die Ursache und nicht das zu tauschende Teil. Was ein Gerät tatsächlich erreicht, hängt daran, welche Protokolle und welche herstellerspezifischen Bereiche es unterstützt.

  • NormISO 15031 für Diagnoseschnittstelle und Fehlercodes
  • PflichtEOBD in der EU für Ottomotoren ab 2001, für Dieselmotoren ab 2004
  • ProtokollCAN nach ISO 15765-4, in der EU ab 2008 durchgängig
  • Grenzegenormt sind die abgasrelevanten Codes, nicht jedes Steuergerät
Worauf es ankommt

Deine Boxengasse

Die Reihenfolge, in der die Fragen kommen. Der Kauf steht ziemlich weit hinten, und das ist der Punkt.

  1. Blick in einen Motorraum, angeleuchtet von einer Arbeitsleuchte

    Fehler eingrenzen

    Auslesen, hinhören, hinsehen. Ein Fehlercode ist ein Hinweis auf einen Messwert, keine Diagnose. Erst wenn klar ist, was abweicht, lohnt sich der nächste Schritt.

  2. Radnabe mit Bremsscheibe im Detail, daneben das ausgebaute Altteil

    Ausführung bestimmen

    Fahrzeuge derselben Baureihe tragen unterschiedliche Teile. Herstellerschlüssel, Typschlüssel und Motorcode grenzen ein, welche Ausführung passt. Diese Angaben stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I.

  3. Sortiertes Handwerkzeug auf einer Werkbank im Wolframlicht

    Werkzeug prüfen

    Vor der Arbeit steht die Frage, ob die Ausstattung reicht. Fehlt das Werkzeug zum sicheren Anheben, fehlt die Voraussetzung, nicht nur ein Komfortstück.

  4. Hebebühne mit angehobenem Fahrzeug in einer leeren Werkstatthalle

    Grenze ziehen

    Bremsanlage, Rückhaltesysteme, Lenkung und Hochvolttechnik gehören in eine Fachwerkstatt. Diese Entscheidung fällt vor dem ersten Handgriff, nicht mittendrin.

  5. Drehmomentschlüssel an einer Radschraube, harte Lichtkante

    Nacharbeit

    Anzugsmomente einhalten, Radschrauben nach kurzer Fahrstrecke nachziehen, Dichtheit kontrollieren. Der Teil, den man am ehesten überspringt und am seltensten überspringen sollte.

Selbst oder Fachwerkstatt?

Nicht jede Arbeit am Fahrzeug ist eine Frage des Werkzeugs. Bei einigen entscheidet die Sicherheit, bei anderen eine Vorschrift, und dann ist die Ausstattung in der eigenen Garage schlicht nicht der Punkt.

Öl, Filter, Zündkerzen

Wartungsarbeiten mit klaren Vorgaben in der Betriebsanleitung. Freigabe des Öls beachten, Anzugsmomente einhalten, Altöl bei einer Annahmestelle abgeben.

Selbst möglich
Räder wechseln

Technisch übersichtlich, in der Ausführung heikel: sichere Aufnahmepunkte, Anzugsmoment nach Herstellerangabe, Nachziehen nach kurzer Fahrstrecke. Ohne Drehmomentschlüssel bleibt es Schätzung.

Mit Sorgfalt
Bremsanlage

Beläge, Scheiben, Leitungen, Bremsflüssigkeit. Sicherheitsrelevant, mit Entlüftungsvorgängen und teils elektrisch betätigten Feststellbremsen, die ein Diagnosegerät brauchen. Gehört in eine Fachwerkstatt.

Fachwerkstatt
Airbag, Gurtstraffer, Hochvolt

Pyrotechnische Rückhaltesysteme und Hochvoltanlagen in Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Arbeiten daran setzen eine besondere Qualifikation voraus und sind kein Feld für Eigenarbeit.

Fachwerkstatt
Anbauteile und Umbauten

Fahrwerk, Räder, Beleuchtung, Auspuffanlage. Ob ein Teil ohne Weiteres verbaut werden darf, hängt an seiner Genehmigung. Was nicht durch eine Typgenehmigung abgedeckt ist, braucht die Begutachtung durch eine Prüforganisation.

Erst zur Prüfstelle
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Verbindlich ist das Fahrzeug

Diese Einordnung gilt allgemein. Im Einzelfall entscheiden die Betriebsanleitung des Fahrzeugs, die Vorgaben des Herstellers und die geltenden Vorschriften. Sie nennen auch die Stelle, die zuständig ist: Fachwerkstatt oder Prüforganisation.

Erst die Norm,
dann der Kauf.

Werkstattwissen ordnet Werkzeug und Ausrüstung nach den Angaben, die auf dem Gerät stehen: Norm, Bauart, Messbereich, Tragfähigkeit, Kennzeichnung. Wer sie kennt, erkennt eine brauchbare Ausführung auch dann, wenn die Produktbeschreibung nichts hergibt.

Diese Angaben gelten unabhängig davon, wo ein Werkzeug am Ende gekauft wird. Deshalb steht die Auswahlfrage hier vor der Bezugsquelle und nicht dahinter.

Über diese Seite
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Warum hier Kennwerte stehen

Eine Rangliste veraltet mit dem nächsten Modelljahr. Ein Messbereich in Newtonmetern, eine Tragfähigkeit in Tonnen und eine Prüfbescheinigung mit Datum gelten weiter. Was diese Seite behauptet, lässt sich am Gerät nachsehen.

Kontakt

Fragen zur Seite selbst, ein Hinweis auf einen Fehler in einem Text oder auf eine bessere Quelle: dafür gibt es eine Adresse. Ein Formular gibt es bewusst nicht.

Antwort kommt in der Regel innerhalb weniger Werktage.

info@kfz-profishop.de
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Wobei diese Seite hilft

  • Fragen zu Normen, Kennzeichen und Auswahlkriterien
  • Hinweise auf Fehler in einem Text oder auf eine belastbarere Quelle
  • Themen, die im Ratgeber fehlen und in die Bereiche passen