Werkstattwissen Werkzeug, Ersatzteile und Werkstattausrüstung: Normen, Kennwerte, Auswahl.

Werkzeug

Was man in die Hand nimmt, bevor irgendetwas am Fahrzeug passiert. Bauarten, Normen und die Kennwerte, die auf dem Werkzeug selbst stehen.

Werkzeug für Arbeiten am Fahrzeug zerfällt in drei Gruppen, und die unterscheiden sich weniger im Preis als in der Aufgabe.

Kraftwerkzeug überträgt Drehmoment: Ratschen, Knarrenkästen, Ring- und Maulschlüssel, Nüsse. Hier entscheidet die Passform. Eine Nuss, die eine Sechskantschraube nur an den Kanten fasst statt an den Flächen, rundet sie ab. Zwölfkant fasst an den Kanten, Sechskant an den Flächen; bei festsitzenden Verbindungen ist das der Unterschied zwischen gelöst und ruiniert.

Messwerkzeug liefert einen Wert: Drehmomentschlüssel, Messschieber, Fühlerlehre, Reifendruckprüfer. Messwerkzeug hat eine zulässige Abweichung, es verstellt sich über die Zeit, und es gehört deshalb nicht in dieselbe Schublade wie eine Ratsche. Für handbetätigte Drehmomentwerkzeuge gilt DIN EN ISO 6789.

Spezialwerkzeug ist an eine Bauart gebunden: Federspanner, Bremskolbenrücksteller, Ölfilterschlüssel in der passenden Größe, Abzieher. Es ersetzt keine Vorsicht, es macht eine bestimmte Arbeit erst möglich. Bei manchen Arbeiten ist genau dieses Werkzeug die Voraussetzung, und wo es fehlt, ist die Antwort nicht Improvisation, sondern die Fachwerkstatt.

Woran sich eine Ausführung nachprüfen lässt

Ohne Test und ohne Sortiment bleibt das, was auf dem Werkzeug oder in seinen Unterlagen steht. Das ist mehr, als es klingt: Norm und Bauart, der Kennwert (Messbereich, Antriebsvierkant, Schlüsselweite), die CE-Kennzeichnung, wo sie vorgeschrieben ist, und bei Messwerkzeug eine Prüfbescheinigung mit Datum. Alles davon lässt sich vor dem Kauf lesen und danach nachhalten.