Ersatzteile bestimmen: Fahrzeugschein, Typschlüssel, Prüfzeichen
Zwei äußerlich gleiche Fahrzeuge können verschiedene Teile tragen. Vor jeder Auswahl steht deshalb die Bestimmung, und die Angaben dafür liegen im Handschuhfach und am Bauteil.

Modellname und Baujahr reichen nicht. Innerhalb einer Baureihe ändern sich Bremsanlagen, Achsteile und Aggregate über die Bauzeit, es gibt Ausführungen für verschiedene Motorisierungen, und bei einem Wechsel innerhalb des Modelljahres merkt man von außen nichts davon. Wer nach Modellname bestellt, bestellt auf gut Glück.
Die vier Angaben, die eingrenzen
Herstellerschlüsselnummer, Feld 2.1. Vierstellig, benennt den Hersteller.
Typschlüsselnummer, Feld 2.2. Dreistellig, benennt Typ, Variante und Version. Zusammen mit Feld 2.1 ergibt sie eine deutlich engere Eingrenzung als jede Modellbezeichnung. Beide stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I, die früher Fahrzeugschein hieß.
Fahrzeug-Identifizierungsnummer, Feld E. Siebzehn Stellen, eindeutig für dieses eine Fahrzeug. Sie ist die genaueste Angabe und diejenige, mit der Teilekataloge und Werkstätten arbeiten. Sie steht zusätzlich am Fahrzeug selbst, je nach Bauart im Motorraum, an der A-Säule oder unter einer Abdeckung im Fußraum.
Motorcode. Grenzt weiter ein, weil viele Teile am Aggregat hängen und nicht an der Karosserie. Wo er zu finden ist, hängt vom Hersteller ab; die Betriebsanleitung sagt es.
Was am Bauteil selbst steht
Viele Bauteile dürfen im öffentlichen Straßenverkehr nur mit einer Genehmigung verwendet werden. Sie ist am Teil angebracht:
- Großes E mit Kennziffer im Kreis. Eine Genehmigung nach einer UNECE-Regelung. Die Kennziffer benennt das Land, dessen Behörde die Genehmigung erteilt hat.
- Kleines e mit Kennziffer im Rechteck. Eine EU-Typgenehmigung.
Beides ist eine Genehmigung, kein Gütesiegel. Es sagt, dass die Bauart für den Verkehr zugelassen wurde, nicht, dass ein Prüfinstitut das einzelne Teil bewertet hat. Die Kennziffer sagt nichts über das Herkunftsland des Teils.
Bezeichnungen, die keine Prüfung sind
Erstausrüsterqualität bedeutet, dass ein Zulieferer ein technisch gleichwertiges Teil unter eigener Marke anbietet. Identteil bedeutet, dass es aus derselben Fertigung stammt wie das ab Werk verbaute, nur ohne das Logo des Fahrzeugherstellers. Beides sind Angaben des Anbieters. Sie können zutreffen, sie sind aber keine Prüfergebnisse und keine Kennzeichnung im Sinne einer Genehmigung.
Warum das die Arbeit spart
Der teuerste Teil eines Fehlkaufs ist selten der Kaufpreis. Er liegt darin, dass das Fahrzeug aufgebockt in der Garage steht, das alte Teil ausgebaut ist und das neue nicht passt. Zehn Minuten mit der Zulassungsbescheinigung vorher sind billiger als jede Rücksendung.
Ein praktischer Zusatz: Das ausgebaute Teil aufheben, bis das neue verbaut und das Fahrzeug gefahren ist. Es ist die zuverlässigste Vergleichsvorlage, die es gibt.