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Diagnose

OBD-Adapter und Fehlercodes: was ausgelesen wird und was nicht

Die Diagnoseschnittstelle gibt es, damit ein Fahrzeug abgasrelevante Fehler meldet. Alles, was ein Adapter kann und nicht kann, folgt aus diesem einen Zweck.

Redaktion: Timo Hagedorn 2 Minuten Lesezeit
Diagnosestecker im Fußraum unter dem Armaturenbrett, angeleuchtet von einer Arbeitsleuchte

OBD steht für On-Board-Diagnose, EOBD für die europäische Ausprägung. Sie ist in der EU vorgeschrieben: für Fahrzeuge mit Ottomotor ab Erstzulassung 2001, für Fahrzeuge mit Dieselmotor ab 2004. Der Zweck ist gesetzlich und eng gefasst. Das Fahrzeug soll erkennen und melden, wenn ein Bauteil ausfällt, das die Abgaswerte beeinflusst.

Wer das im Kopf behält, versteht sofort, warum ein einfacher Adapter den Motorfehler findet und beim Getriebe schweigt.

Was genormt ist

ISO 15031 regelt die Schnittstelle und die Fehlercodes. Der Stecker sitzt in Reichweite des Fahrersitzes, meist im Fußraum oder unter einer Abdeckung an der Mittelkonsole, und hat eine feste Kontaktbelegung.

ISO 15765-4 ist das CAN-Protokoll. In der EU wird es seit 2008 durchgängig verwendet. Ältere Fahrzeuge sprechen ältere Protokolle, und genau das ist der Grund, warum ein Adapter an einem Fahrzeug arbeitet und am nächsten nicht.

Wie ein Code aufgebaut ist

Ein Code besteht aus einem Buchstaben und vier Zeichen.

StelleBedeutung
BuchstabeSystem: P Antrieb, C Fahrwerk, B Karosserie, U Netzwerk
erste Ziffer0 genormt und herstellerübergreifend, 1 herstellerspezifisch
zweite Zifferbetroffene Baugruppe
letzte zwei Zifferndie konkrete Abweichung

Ein Code mit einer 0 an der ersten Ziffernstelle bedeutet bei jedem Hersteller dasselbe. Ein Code mit einer 1 bedeutet das, was der jeweilige Hersteller dafür festgelegt hat, und ohne dessen Unterlagen ist er nicht sicher zu deuten.

Warum ein Code kein Befund ist

Ein Code sagt: dieser Messwert liegt außerhalb des erwarteten Bereichs. Er sagt nicht, warum. Ein Code zum Lambdasignal kann von einem defekten Sensor kommen, von einer undichten Stelle im Abgasstrang vor dem Sensor, von Falschluft im Ansaugtrakt oder von einem Kabelbruch. Vier mögliche Ursachen, ein Code.

Deshalb sind zwei Dinge wertvoller als der Code selbst:

  • Freeze-Frame-Daten. Die Betriebswerte im Moment der Speicherung: Drehzahl, Last, Temperatur. Sie sagen, unter welchen Bedingungen die Abweichung auftrat.
  • Live-Daten. Die laufenden Messwerte während der Fahrt. Sie zeigen ein Verhalten, wo der Code nur einen Zustand nennt.

Ein Code, den man ohne Befund löscht, kommt wieder. Das Löschen setzt außerdem die Bereitschaftscodes zurück, und danach ist das Fahrzeug für die Abgasuntersuchung erst nach einigen Fahrzyklen wieder prüfbereit.

Wo die Grenze liegt

Genormt sind die abgasrelevanten Funktionen. Getriebe, Bremsanlage, Rückhaltesysteme, Fahrerassistenz und Komfortelektronik liegen in herstellerspezifischen Bereichen. Was ein Adapter dort erreicht, hängt daran, welche Erweiterungen der Anbieter für das jeweilige Fabrikat umgesetzt hat. Anlernvorgänge, Grundeinstellungen und das Öffnen einer elektrisch betätigten Feststellbremse verlangen in aller Regel Werkstattdiagnose.

Und für die Fahrzeuge davor: vor 2001 gibt es kein genormtes EOBD. Ältere Fahrzeuge haben teils herstellereigene Schnittstellen, teils gar keine.